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Der 10. Schwangerschaftsmonat (37. bis 40. Woche)

Das Kind
Ihr Kind ist jetzt voll geburtsreif, profitiert jedoch nach wie vor von jedem Tag innerhalb der Gebärmutter. Gerade jetzt bekommt es wichtige Abwehrstoffe auf den Weg. Es lutscht Daumen, schluckt Fruchtwasser und bereitet so den ganzen Organismus auf die Zeit außerhalb des Mutterleibes vor. Es ist jetzt ca. 50 cm groß und rund 3500 Gramm schwer. Das Kind sollte jetzt mit dem Kopf nach unten in Geburtsposition liegen. Geraten Sie jedoch nicht in Panik, wenn Ihr Kind sich nicht drehen will. Die Wendung zum „Ausgang" erfolgt oft im letzten Augenblick. Ist dies nicht der Fall, gibt es immer noch einige Möglichkeiten, dem Kind von außen auf natürliche Weise zur Drehung zu verhelfen, die in manchen Fällen helfen können und die Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen sollten.

Die Mutter
Die letzten Wochen werden extrem lang. Stunden verstreichen wie Tage, Tage wie Wochen. Verwandte und Freunde rufen an und fragen, wann es „denn endlich so weit sei". Versuchen Sie trotzdem cool zu bleiben, sagen Sie ruhig, dass Ihnen diese Anrufe lästig sind. Genießen Sie die letzten Abende zu zweit, gehen Sie ins Kino oder Essen. Überprüfen Sie nochmals den Klinikkoffer, stellen Sie sich eine Liste aller Telefonnummern, die Sie oder Ihr Partner nach der Entbindung brauchen werden, zusammen. Fahren Sie den Weg zur Klinik ein paar Mal und zu unterschiedlichen Tageszeiten ab. Falls Ihr Kind nicht in richtiger Geburtslage liegt (siehe oben), ist es jetzt an der Zeit zu entscheiden, ob Sie trotzdem vaginal oder per Kaiserschnitt gebären wollen. Die Vaginalgeburt bei einer Steißlage stellt in jedem Fall ein etwas höheres Risiko für Ihr Kind dar. Viele Ärzte raten in diesen Fällen zu einer Kaiserschnittgeburt, es gibt jedoch auch genug Ärzte und Kliniken, die auch eine Steißlage ganz normal vaginal entbinden. Besprechen Sie das Thema eingehend mit Ihrem Arzt, wägen Sie Vorteile und Risken ab.
Es gibt aber auch immer mehr Frauen, die auf das „Geburtserlebnis" verzichten wollen - entweder aus Angst vor den Schmerzen, aus Risikominimierung oder einfach aus einem Gefühl heraus. Vor allem bei Privatärzten oder in Privatkliniken ist die Kaiserschnittgeburt immer mehr im Ansteigen. Die Gründe sind nicht - wie vielfach behauptet - finanzielle Überlegungen der Ärzte: Bei einer Kaiserschnittgeburt ist einfach die Gefahr für das Kind minimal - der „Geburtserfolg" also im Normalfall zu 100 Prozent garantiert. Gerade bei Wunschkindern, die durch Invitrofertilisation, also durch den langwierigen und teuren Prozess einer künstlichen Befruchtung entstanden sind, möchten weder Arzt noch Eltern irgendein Risiko bei der Geburt eingehen. Viele Frauen verstehen das Geburtserlebnis nach wie vor als Pflichtübung. Als Erlebnis, ohne das man keine vollwertige Frau ist. Diese Überlegung, die durch nichts belegbar ist, löst bei vielen „Muss"Kaiserschnitt-Gebärenden leider nach wie vor Minderwertigkeitskomplexe und Trauer aus.
Mehr zum Thema Kaiserschnitt finden Sie im folgenden Kapitel.

Wann sollten Sie in die Klinik?
Wenn Ihre Wehen in regelmäßigen Abschnitten (ca. alle 10 Min.) kommen, von mal zu mal stärker, die Pausen zwischen den Wehen immer kürzer, ist es an der Zeit aufzubrechen. Manchmal kann es trotz dieser Vorzeichen ein Fehlalarm gewesen sein. Trotzdem: Besser zu früh als zu spät losfahren.

Wann müssen Sie umgehend in die Klinik?
wenn Sie Blutungen bekommen
wenn Sie plötzlich starkes, längeres Kopfweh bekommen und Flimmern in den Augen feststellen
wenn Sie ein Flimmern in den Augen feststellen
wenn Sie Schmerzen im Oberbauch spüren, die Sie nicht eindeutig zuordnen können
wenn Sie keine Kindesbewegungen mehr spüren
wenn Ihre Fruchtblase platzt

Wenn der Geburtstermin bereits verstrichen ist
Zuallererst: Bewahren Sie Ruhe, auch wenn es noch so schwer fällt. Es hilft nichts besonders warm zu baden oder, wie man immer wieder von Großmüttern hört, zu fasten: Ihr Kind wird dann auf die Welt kommen, wenn es für das Kind richtig ist. Das hat die Natur schon so eingerichtet.
Gegen Ende der 40. Schwangerschaftswoche wird Sie Ihre Ärztin/Ihr Arzt eingehend untersuchen. Kontrolliert werden die Fruchtwassermenge, die Herztöne sowie nochmals die Lage des Kindes. Wenn alles unauffällig ist und sich bis dahin nichts getan hat, so wird man Sie nach max. zehn Tagen zu einer weiteren Untersuchung bitten. Oft wird dann ein Wehenbelastungstest durchgeführt, bei dem mit Hilfe eines Wehentropfes künstlich Wehen erzeugt werden. Bleiben die Herztöne des Kindes unter der Wehenbelastung unauffällig, so geht es ihm gut. Sollte das Kind nicht mehr ausreichend versorgt sein, so reagiert es mit auffälligen Herztönen, ein eindeutiges Zeichen, dass es ihm außerhalb der Gebärmutter besser ginge. In diesem Fall wird die Geburt eingeleitet. Weiteres Kriterium für eine etwaige Geburtseinleitung ist die Fruchtwassermenge: Ist das Fruchtwasser deutlich zurückgegangen, muss gehandelt werden.

10.Mon

 

 

 

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