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Das
Wochenbett
Die Zeit nach der Geburt
Die Zeit nach
der Geburt, in der sich Ihr Körper, aber auch Ihre Seele wieder
auf den nichtschwangeren Zustand umstellen, nennt man Wochenbett.
Normalerweise dauert das Wochenbett ca. 6-8 Wochen und nicht, wie
manchmal fälschlich angenommen, nur die 6 Tage in der Klinik.
Folgendes
sollten Sie für die Zeit des Wochenbettes wissen:
Thrombose
Um eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel, zu vermeiden, sollten
Sie 2-3 Stunden nach der Geburt bereits wieder aufstehen und ein
wenig herumgehen. Wenn Sie zu Krampfadern neigen bzw. eine Sectio
gehabt haben, wird man Ihnen zusätzlich Kompressionsstrümpfe
verschreiben. In diesem Fall bekommen Sie in den ersten Tagen auch
täglich eine Thrombose-Prophylaxe-Spritze.
Wochenfluss
In den Wochen nach der Geburt verkleinert sich die Gebärmutter
wieder auf ihre normale Größe, sie bildet sich zurück.
Weiters heilt die Wundfläche, die der Mutterkuchen hinterlassen
hat, aus. Dieses Wundsekret, das dadurch entsteht, wird Wochenfluss
genannt. Zunächst ist dieser Wochenfluss ein eher hellrosiger,
sehr starker Ausfluss, nach ca. einer Woche nimmt die Intensität
ab und er verfärbt sich ins bräunliche, später ins
gelbliche, solange bis er weißlich ist.
Der Wochenfluss ist durch seine hohe Anzahl an Bakterien infektiös,
achten Sie daher speziell auf Hygiene: Verwenden Sie bei jedem Abtrocknen
ein frisches Handtuch, baden Sie nicht - schon gar nicht mit Ihrem
Baby - sondern duschen Sie lieber. Für die Zeit des Wochenflusses
gilt auch: Kein Sex! Nach ca. 6 Wochen werden Sie zur Kontrolle
bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bestellt werden. Er wird sich die
Rückbildung der Gebärmutter, den Zustand der Wunde und
des Wochenflusses ansehen.
Nachwehen
Die Rückbildung der Gebärmuttermuskulatur wird durch Kontraktionen
der Gebärmutter unterstützt Vor allem beim Stillen werden
Sie diese Nachwehen als leicht schmerzhaft spüren. Beim ersten
Kind geht die Rückbildung bei weitem schneller, bei jedem weiteren
Kind dauert es zumeist länger und es werden auch die Nachwehen
ein wenig stärker.
Gewicht
und Stoffwechsel
Allein durch die Geburt haben Sie ca. 5 Kilo verloren, in den Tagen
danach purzeln noch weitere, da ab jetzt die in der Schwangerschaft
gespeicherten Flüssigkeitsdepots nach und nach geleert werden.
Daher schwitzen viele Frauen im Wochenbett auch verstärkt.
Das angesammelte Fettdepot ist zwar ein wenig hartnäckiger,
manche Frauen nehmen jedoch während des Stillen stetig ab,
andere erst nach dem Abstillen. Es kann sein, dass Sie leichte Verstopfung
haben, bzw. dass Sie - so Sie einen Dammschnitt oder -riss hatten
- Schmerzen beim Stuhlgang empfinden. In der Klinik wird man Ihnen
ein leichtes Abführmittel geben, zu Hause sollten Sie vor allem
viel trinken und auf ballaststoffreiche Ernährung achten.
Rückbildungsgymnastik
Einen Tag nach der Entbindung, sofern Sie keine Sectio hatten, sollten
Sie mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Erkundigen Sie
sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder bei Ihrer Hebamme über
Arten und Möglichkeiten der Rückbildungsgymnastik. Zweck
ist es, die überdehnte Beckenbodenund Bauchmuskulatur zu festigen,
den Kreislauf anzuregen sowie einer Gebärmuttersenkung bzw.
Inkontinenz vorzubeugen.
Die Gymnastik sollten Sie ein- bis zweimal täglich, ca. 8 Wochen
lang durchführen. In vielen Kliniken werden auch spezielle
Kurse, manche davon sogar gratis, angeboten. Sie können sich
auch schon vor der Geburt dafür anmelden.
Beginnen Sie ganz langsam, übertreiben Sie nicht. Zunächst
handelt es sich um einfache Atemübungen sowie Übungen
für den Beckenboden. Später kommt dann vor allem der Bauch
dazu.
Wochenbettdepression
In den Tagen und Wochen nach der Geburt sind Sie in einer absoluten
emotionalen Ausnahmesituation. Diese Situation ist die Folge des
Stillstandes der Produktion von
Schwangerschaftshormonen, eine hormonelle Vollbremsung"
also.
Die Intensität, Dauer und Art der Wochenbettdepression ist
absolut nicht vorhersehbar und hat auch nichts mit dem Verlauf der
Schwangerschaft zu tun. Eine völlig unkomplizierte Schwangerschaft
ist also leider keine Garantie für eine ausbleibende Wochenbettdepression
und umgekehrt genauso. Statistisch gesehen sind es rund 10 Prozent
aller Mütter, die nach der Geburt an einer Wochenbettdepression
leiden.
Auf jeden Fall sind sämtliche Stimmungsschwankungen in dieser
Phase völlig normal.
Hormone
spielen verrückt
Die Depression tritt meistens dann auf, sobald die Mutter mit dem
Kind wieder nach Hause gekommen ist. Die helfenden Hände in
der Klinik fehlen, eine leichte Überforderung" macht
sich breit, die, bedingt durch die hormonelle Umstellung, leicht
zu einer emotionalen Katastrophe werden kann. Darüber hinaus
ist man als Mutter, im Gegensatz zur Schwangerschaft, nun überhaupt
nicht mehr im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Dazu kommt
möglicherweise Schlafmangel und Stress mit dem Haushalt. Das
Baby, das diesen Stress intuitiv spürt, schreit vielleicht
vermehrt, die Spirale scheint sich abwärts zu drehen...
In dieser Phase hilft es am ehesten, wenn Ihr Partner Sie voll unterstützt,
Ihnen das Gefühl gibt, nicht allein zu sein und auch die ganze
Aufgabe Baby" nicht allein lösen zu müssen.
Sollte Ihr Partner diese Aufgabe aus welchen Gründen auch immer
nicht erfüllen können, oder sie Alleinerzieherin sein,
so versuchen Sie zunächst, Ihre Mutter oder liebe Freunde zu
bitten, Ihnen zu helfen.
Ruhe
nach der Geburt
Achten Sie darauf, dass Sie sich gesund ernähren, sorgen Sie
für viel Bewegung an der frischen Luft. Versuchen Sie, sich
einige Stunden Auszeit" zu nehmen, in denen Ihr Baby
von jemand anderem betreut wird. In diesem Alter ist das noch relativ
leicht möglich, da man mit dem Baby jederzeit ein wenig spazieren
gehen kann. Versuchen Sie, tagsüber, so Ihr Baby schläft,
auch ein wenig zu schlafen. Vor allem aber reden Sie mit Ihrem Partner/Ihrer
Mutter/Ihrer Freundin/Ihren Freunden über Ihre Gefühle.
Oft ist allein das Gefühl, es ausgesprochen zu haben, schon
eine große Erleichterung. Falls Sie gar nicht mehr weiter
wissen, wenden Sie sich auf jeden Fall an Ihren Frauenarzt/Ihre
Frauenärztin. Er/sie wird Sie zu einem geeigneten Spezialisten
vermitteln.
Verhütung
nach der Geburt
Das Verlangen nach Sex wird in den ersten Wochen nach der Geburt
verständlicherweise kein allzu großes sein. Viele Frauen
sind im Intimbereich extrem schmerzempfindlich, eventuell gibt es
sogar eine Narbe am Damm. Außerdem beansprucht Ihr Kind die
gesamte Zeit, sowohl Ihre als auch die Ihres Partner und macht müde,
wie es bisher kaum vorstellbar war.
Irgendwann ist jedoch trotzdem der spannende Moment gekommen: Der
erste Sex als Eltern! Erwarten Sie sich nicht zu viel, stehen Sie
auch zu (unangenehmen) Gefühlen. Es kann wunderbar sein, es
kann aber auch wehtun, kann Sie an den Geburtsschmerz erinnern.
Sprechen Sie mit Ihrem Partner offen über Ihre Ängste,
vielleicht geht es ihm, der ja Ihre Schmerzen bei der Geburt wahrscheinlich
miterlebt hat, ähnlich. Ein sehr verbreitetes und hartnäckiges
Gerücht, nämlich dass Stillen eine sichere Verhütung
sei, ist grundlegend falsch. Vielleicht ist die Chance, schwanger
zu werden, während der Stillzeit geringer als sonst, sie besteht
aber dennoch.
Eine einfache Methode der Verhütung, vor allem für die
erste Zeit, ist das Verwenden von Kondomen. Sollte Ihnen das unangenehm
sein, so können Sie auch wieder die Pille nehmen, müssen
sich aber ein Präparat verschreiben lassen, das Ihrem Kind
beim Stillen nicht schadet.
Viele Frauenärzte raten jedoch heute zur (Hormon-)spirale.
Ob Ihre Gebärmutter schon so weit ist, dass eine Spirale gesetzt
werden kann, kann ausschließlich Ihre Gynäkologin/Ihr
Gynäkologe entscheiden.
Sprechen Sie über dieses sehr individuelle Thema Verhütung
ausführlich mit Ihrem Arzt.
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